Jede Frau erlebt ihren Menstruationsyklus ganz individuell. Und was wirklich zählt, ist natürlich immer deine ganz persönliche Erfahrung mit deinem eigenen Zyklus. Doch wie auch immer dein Zyklus aussehen mag, empfehle ich dir, das Konzept der vier Jahreszeiten zu verinnerlichen. Denn nur so lernst du, zu verstehen, welche Veränderungen in deinem Körper und Geist in den vier Phasen des Menstruationszyklus passieren. 

 

Der innere Winter – Menstruation

 

Zu Beginn des Menstruationszyklus sind deine Hormonspiegel niedrig. Einige Frauen mögen unbeeindruckt davon sein. Andere spüren das Hormontief jedoch ganz akut und bekommen das starke Bedürfnis, es viel ruhiger als sonst angehen zu lassen. Dies ist eine Zeit, in der du dich ausruhen und neu sortieren solltest. Konzentriere dich ruhig auf Aktivitäten, bei denen deine persönlichen Interessen und Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Ab dem dritten Zyklustag kommt es zu einem leichten Aufschwung des Östrogens, auf den einige Menstruierende besonders positiv reagieren. Du hast plötzlich viel mehr Energie und womöglich verbessert sich sogar deine Laune. Wenn du dich damit identifizieren kannst, empfehle ich dir, trotzdem noch nicht direkt Vollgas zu geben. Deine Energie sammelt sich gerade noch und wenn du sie nicht sofort verpulverst, wird sie stetig weiter wachsen. So kannst du sie in den folgenden Jahreszeiten optimal und viel effektiver für dich einsetzen.

Gibt es eine Saat in dir – eine Idee, eine Einsicht oder eine Berufung – die nach deiner Aufmerksamkeit lechzt? Werde dir ihrer bewusst, sei neugierig und erkenne ihre Anwesenheit an; auch wenn du noch keine Ahnung hast, was du mit dieser Saat anfangen sollst. Für den Moment ist es ausreichend, sie schlichtweg wahrzunehmen. Dabei geht es nicht darum, einen konkreten Plan zu schmieden, der im kommenden Menstruationszyklus sofort umgesetzt und abgeschlossen werden muss. Sondern darum, zu beobachten, was in dieser Phase an die Oberfläche kommt und die Entscheidung zu treffen, in den kommenden Zyklusphasen damit zu arbeiten.

 

Der innere Frühling – Follikelphase

 

Ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem deine Periode endet, gehst du in den Frühling deines Menstruationszyklus über. Dies ist der Punkt in deinem Zyklus, an dem dein Östrogenlevel erst so richtig in Schwung kommt. Deine Anziehungskraft auf andere Menschen steigt und vermutlich fühlst du dich wohler in deiner Haut als noch in deinem inneren Winter. In jedem Zyklus wieder möchte uns der Anstieg in Östrogen dazu verleiten, Schwanger zu werden – ob wir es wollen, oder nicht.

Östrogen weckt unser Interesse an anderen Leuten und steigert unser sexuelles Verlangen, da es die Durchblutung der Genitalien anregt. Dies wiederum kann zu einem angenehmen Kribbeln im Schritt führen, wenn wir es am wenigsten erwarten. Zudem regt Östrogen die Produktion von fruchtbarem Zervixschleim an, der für Nässe im Unterhöschen sorgen kann. Die größere Lust auf Sex vor dem Eisprung muss übrigens nicht immer zu Geschlechtsverkehr mit einem Partner führen. Solosex ist auch ne schöne Sache!

Der innere Frühling ist die Phase des Zyklus, in der dir tolle Ideen kommen und du besonders neugierig und verspielt sein kannst. Es ist also eine großartige Zeit, um zu experimentieren und Spaß zu haben.

Wenn du in dieser Phase deines Menstruationszyklus eher müde und ausgelaugt sein solltest, ist definitiv etwas schief gelaufen. Es kann sein, dass dich deine vorangegangene Blutung so sehr erschöpft hat, dass du den inneren Frühling gar nicht wirklich genießen kannst. Wenn dies häufiger vorkommen sollte, hole dir bitte Hilfe von qualifizierten Fachleuten und priorisiere Selbstfürsorge während deines gesamten Menstruationszyklus.

 

Der innere Sommer – Eisprung

 

Wenn dein Östrogenspiegel seinen Höhepunkt erreicht (bei einem 28-Tage-Zyklus geschieht dies etwa an Zyklustag 12), gehst du in die Sommerphase deines Zyklus über. Deine Fähigkeit, mit der Welt zu kommunizieren, wird gesteigert, und du fühlst dich dazu in der Lage, öffentlich zu sprechen, ein wichtiges Meeting oder Interview einzuplanen, andere Leute zu treffen, deine Talente nicht länger zu verstecken und der Welt zu zeigen, wie fantastisch du doch bist.

Jetzt kannst du auch ein paar Tage lang in den Genuss von erhöhtem Testosteron kommen, was dich höchstwahrscheinlich etwas risikobereiter macht, dich dazu ermutigt, neue Dinge auszuprobieren, und dein sexuelles Verlangen noch weiter ansteigen lässt. Der Sommer ist die Jahreszeit, um mehr zu machen als sonst. Um Dinge voranzutreiben und aufs nächste Level zu heben und sich nach außen hin sichtbar zu machen, bevor man in die introspektiveren Jahreszeiten des Menstruationszyklus übergeht.

Ein oder zwei Tage nach dem Eisprung sinken die Hormonspiegel wieder und einige Menstruierende stellen fest, dass ihre Energie und Stimmung ebenfalls sinken, was den vorangegangen Eisprung natürlich komplett in Vergessenheit geraten lässt. Aber sobald Progesteron, das Hormon, das nach dem Eisprung dominiert, in Gang kommt und das Östrogen wieder ansteigt, wirst du hoffentlich spüren, wie deine Energie zurückkehrt und sich deine Stimmung wieder aufhellt.

 

Der innere Herbst – Lutealphase

 

Progesteron erreicht seinen Höhepunkt in der Mitte der zweiten Zyklushälfte, der sogenannten Lutealphase, etwa um den 21. Tag eines 28-Tage-Zyklus und führt oftmals dazu, dass du das Bedürfnis bekommst, Angefangenes zu beenden und Ordnung zu schaffen. In dieser Zeit fühlst du dich dazu ermutigt, dich auf ein Projekt zu konzentrieren, die letzten Feinschliffe zu machen und es so gut wie möglich zu beenden, bevor dein Zyklus zu Ende geht. Auch eignet sich diese Phase ideal für administrative Aufgaben, die du bisher erfolgreich vor dich hergeschoben hast, bevor sich dein Körper während der Periode nach mehr Ruhe sehnt. 

Sich wütend, traurig, frustriert und depressiv zu fühlen ist im inneren Herbst ganz normal. Doch mache nicht den Fehler, diese Gefühle als PMS abzutun. Was du hier fühlst, ist echt und was dich hier stört, stört dich wahrscheinlich die ganze Zeit. Insbesondere Wut kann uns darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt und dass eine Deränderung erforderlich ist. Während wir die kleinen (und großen) Dinge, die uns stören in der ersten Zyklushälfte noch beschönigen, weil Östrogen nicht will, dass wir von anderen Menschen genervt sind, kann es schon mal vorkommen, dass wir unseren Gegenüber in der zweiten Zyklushälfte am liebsten mit der Gabel aufspießen würden.

 

Ja und jetzt?

 

Wenn du noch nicht damit begonnen hast, deinen Zyklus zu beobachten und deine Beobachtungen schriftlich festzuhalten, dann wird es jetzt aber langsam mal an der Zeit. Auf diese Weise kannst du spannende Infos über deinen Zyklus herausfinden und deine inneren Jahreszeiten ganz genau kennenlernen.

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