Als Menstruierende haben wir das große Glück, einen Zyklus zu besitzen, der uns von Monat zu Monat immer wieder Feedback darüber gibt, was in unserem Körper passiert. 

Wenn dein Körper mit deiner Ernährung nicht zurechtkommt, wird dir dein Zyklus das schon sagen. Bist du gestresst und bekommst nicht genug Schlaf? Dein Zyklus weiß bescheid. Und falls du Emotionen unterdrückst und dich weigerst, bestimmte Aspekte in deinem Leben zu reflektieren, kannst du davon ausgehen, dass dir dein Zyklus auch das aufs Butterbrot schmieren wird. 

Dein Körper spricht kontinuierlich mit dir. Du musst nur lernen, zuzuhören. Deshalb möchte ich heute drei der häufigsten Menstruationserlebnisse auseinandernehmen, um dich dabei zu unterstützen, herauszufinden, was dir dein Körper damit wirklich sagen möchte. 

 

Stimmungsschwankungen 

 

Kaum eine Frau kennt sie nicht: unangenehme Gefühle und Emotionen, die kurz vor der Periode wie aus dem Nichts hochkommen.

Im Allgemeinen bin ich der festen Überzeugung, dass die Phase kurz vor der Menstruation die intensivste und kraftvollste Zeit für eine Frau ist. In der prämenstruellen Phase wird der Schleier zwischen dem, was wir bisher für richtig und wahr hielten, also unserer aktuellen Realität, und unserer ultimativen Wahrheit gelüftet. Unser innerer Spätherbst bietet uns die einzigartige Möglichkeit, in die Tiefen unseres eigenen Unterbewusstseins abzutauchen. Somit können wir einmal pro Zyklus herausfinden, warum wir uns so festgefahren, uninspiriert, alleine oder frustriert fühlen und all die intensiven Emotionen spüren, die gerne mal unterdrückt werden, uns vor der Periode jedoch gerne mal einen spontanen Besuch abstatten.  

Egal wie unangenehm gewisse Emotionen sein mögen. Es gibt einen Grund, warum sie manchmal scheinbar urplötzlich auftauchen. Viele von uns empfinden gewisse Gefühle als bedeutungslos oder sogar belastend. Als Menstruierende wurden wir über viele Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte systematisch dazu programmiert, Emotionen, die als “PMS-Sympton” auftauchen, entweder zu ignorieren oder uns sogar für sie zu schämen. Frauen, die ihren Gefühlen in der prämenstruellen Phase Ausdruck verleihen, werden von der Gesellschaft gerne mal als “verrückt”, “dramatisch” oder “zu temperamentvoll” bezeichnet. 

Es ist unmöglich, das “Böse” zum Schweigen zu bringen, während wir uns gleichzeitig dem “Guten” öffnen. Nur wer den Mut besitzt, die Tiefe des eigenen Schmerzes zu spüren, kann die Liebe, Leichtigkeit und Freude erfahren, die auf der anderen Seite wartet. 

Die Menstruation bietet uns die fantastische Gelegenheit, Teile von uns selbst wahrzunehmen, die Zärtlichkeit, Liebe und Mitgefühl benötigen. Der Menstruationszyklus öffnet also ein Portal der Heilung für Körper, Geist und Seele. Doch es liegt an uns, durch dieses offene Portal zu schreiten. 

 

Falls du kurz vor der Periode unter deinen Stimmungsschwankungen leiden solltest, stelle dir das nächste Mal folgende Fragen:

  • Wann genau fühlst du die Emotionen? Einen Tag, bevor du anfängst zu bluten? Während du blutest?
  • Wenn du den Emotionen einen Namen geben müsstest, wie würdest du sie nennen? Frustration? Einsamkeit? Trauer?
  • Tauchen jeden Zyklus wieder die gleichen Emotionen auf? Wenn ja, wie wohl fühlst du dich mit dem Gedanken, diese Emotionen als Teil deines Lebens zu akzeptieren?

 

Akzeptiere dich selbst und dein Herz wird sich öffnen. Sobald du anfängst, deine Emotionen als innere Weisheit zu betrachten, verwandelt sich dein Menstruationszyklus vom Fluch zum Segen. 

 

Schmerzen

 

Schmerz ist ein physisches und emotionales Erlebnis. Wann immer du während deiner Menstruation Schmerzen verspüren solltest, würde ich dich gerne dazu einladen, sowohl die physischen als auch die emotionalen Elemente deines Schmerzes zu beleuchten. 

Die moderne Welt hat Angst vor Schmerzen und uns wird hauptsächlich beigebracht, uns vom Schmerz abzuwenden. Viele von uns versuchen sich mithilfe von Medikamenten, Fernsehen, Social Media, Drogen, Alkohol, etc. von physischem und emotionalem Schmerz abzulenken. 

Viele Frauen glauben, dass Bluten schmerzhaft sein muss. Uns wird beigebracht, dass Krämpfe, Schmerzen und Unwohlsein ganz normal sind und zum Menstruationserlebnis dazu gehören. Doch deine Periode muss nicht weh tun! 

Einer der besten Wege, um Schmerzen zu lindern, ist es, dem Schmerz  zur Abwechslung mal zuzuhören. Was versucht er dir zu sagen? Das nächste Mal wenn dich der physische Schmerz wieder überrollt und du am Liebsten direkt mit Frustration, Verärgerung oder Angst reagieren möchtest, stelle dir stattdessen folgende Frage: Was wäre, wenn dich der Schmerz darauf aufmerksam machen wollte, dass Körper, Geist und Seele mehr Aufmerksamkeit von dir brauchen? 

 

Das nächste Mal, wenn du während deiner Menstruation (oder auch zu einem anderen Zeitpunkt in deinem Zyklus) Schmerzen empfindest, nutze folgende Technik, um herauszufinden, welche Nachricht dir dein Körper damit senden möchte: 

  • Nutze dein Wahrnehmung für einen Body Scan und versuche den Schmerz oder das Unwohlsein genau zu lokalisieren. 
  • Sollte es sich angenehm für dich anfühlen, dann richte dein volles Bewusstsein auf diese Stelle. Du kannst auch eine oder beide Hände zu der schmerzenden Stelle führen, falls du zusätzliche Unterstützung brauchst. 
  • Beobachte, was mit deinem Atem passiert, während du deine Wahrnehmung zu dem Schmerz dirigierst. Kannst du weiterhin mit langen, tiefen und gleichmäßigen Atemzügen in das Gefühl atmen?
  • Während du in den Schmerz atmest, sprich mit deinem Körper. “Ich bin hier und ich höre dir zu. Was versuchst du, mir zusagen? Wie kann ich dich unterstützen?”. 
  • Stelle diese Fragen so oft, bis du  zufriedenstellende Antworten für dich gefunden hast. 
  • Wie nutzt du die neu gewonnenen Informationen und welche Änderungen solltest du vornehmen?

 

Du kannst diese Technik immer dann anwenden, wenn du Schmerz empfindest, um die Verbindung zwischen deinem physischen und mentalen Erlebnis zu stärken. 

 

Blut

 

Eine Frau, die die Farbe, Beschaffenheit und Qualität ihres Blutes kennt, ist eine Frau, die nicht beschämt werden kann. 

Menstruationsblut hilft deinem Körper dabei, deine Vagina vor einer Übersiedlung schädlicher Bakterien und Candida zu schützen, die Krankheiten wie Blasenentzündungen, Scheidenpilze und bakterielle Vaginose verursachen können. 

Doch das ist natürlich noch nicht alles! Menstruationsblut gibt dir Feedback darüber, wie gesund deine Scheidenflora, Hormone und Organe sind. Um zu verstehen, was in deinem Körper abgeht, ist es wichtig, die Farbe, Beschaffenheit, Qualität und auch den Geruch deines Menstruationsblutes kennen zu lernen. Das nächste mal wenn du deine Periode hast, nimm dir doch einen Moment, um dich mit deinem Blut vertraut zu machen. 

Gesundes Menstruationsblut hat ein reichhaltiges, strahlendes Rot. Es fließt mühelos mit wenigen Klümpchen und riecht nicht fischig oder faul. Doch bedenke, die Qualität deines Blutes kann von Monat zu Monat variieren. Darum ist es so wichtig, deinen Körper kontinuierlich im Auge zu behalten, um herauszufinden, was er braucht. 

 

Dunkelbraunes oder dunkelrotes Blut

 

  • Der Anfang und das Ende der Periode; potentiell Blut, das während der letzten Periode nicht ausgeschieden wurde.
  • Kann ein Zeichen für einen gestörten Blutfluss zur Gebärmutter sein.
  • Kontinuierlich dunkelrotes Blut kann auf eine Östrogendominanz hinweisen. 
  • Viele Klümpchen im Blut während der gesamten Periode könnten auf Endometriose oder Myome schließen lassen und sollten medizinisch abgeklärt werden. 

 

Hellrotes Blut

 

  • Kann ein Zeichen für einen Östrogenmangel sein (z.B. ausgelöst durch zu viel Stress).
  • Könnte aber auch auf eine Schwangerschaft hinweisen.

 

Graues oder orangefarbenes Blut

 

  • Ein Zeichen für eine mögliche Infektion oder ein Ungleichgewicht der Scheidenflora, z.B. aufgrund von bakterieller Vaginose.

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